(11. Feber 2009)
Wer in seinem Leben noch nie Sport betrieben hat, sollte sich zunächst sportärztlich (Belastungs-EKG, Herz-Ultraschall, Blut, etc.) untersuchen lassen, damit er seinem Körper durch Training keinen Schaden zufügt. Ein Auto stellt man schließlich auch jedes Jahr zum Service, und wenn es kaputt ist, kauft man sich ein neues. Beim menschlichen Körper kann man so nicht vorgehen.
Das American College of Sports & Medicine (ACSM) empfiehlt allen Menschen, die Gesundheitssport betreiben wollen, also Krankheitsprophylaxe betreiben wollen, ein 3-maliges mindestens 40-minütiges lockeres Ausdauertraining mit anschließendem Kräftigungsprogramm für den Oberkörper. Das ACSM ist eine führende Institution auf dem Sektor des Gesundheitssports. Hat man keinen Pulsmesser und kennt seine Trainings-Herzfrequenzen nicht, kann man sich an der sog. Befindlichkeitsskala (1-10) orientieren. „1“ bedeutet, auf dem Sofa knapp vor dem Einschlafen zu sein, „10“ bedeutet, hinter dem Bus herlaufen und ihn nie erwischen, weil er einem immer grade so vor der Nase davonfährt, lockeres Ausdauertraining sollte sich zwischen 6 und 7 abspielen; da kommt man ins Schwitzen (übrigens; wer viel schwitzt, ist ausdauermäßig gesehen wesentlich durchtrainierter als jemand, der nicht viel oder gar nicht schwitzt – Schweiß ist eine Kühlflüssigkeit, die austritt, wenn der Körper durch Belastung wärmer wird – wer fähig ist, hohe Belastungen zu ertragen, muss viel schwitzen können, damit der Körper gekühlt wird; und wer hohe Belastungen aushält, ist besser ausdauer-trainiert), kann aber noch mit dem (wenn vorhanden) Trainingspartner sprechen, spürt, dass man etwas macht.
Laufen beispielsweise erhöht die Knochenmineraldichte, d.h., dass die Knochenstruktur dichter wird, die Knochen nicht so leicht brechen. Übergewichtige und stark Übergewichtige sollten dennoch, bevor sie mit beispielsweise dem Laufen (oder zu Beginn dem Nordic Walking) beginnen, einen Orthopäden aufsuchen, der dann entweder grünes oder rotes Licht für den Beginn (oder eben nicht) der jeweiligen Sportart gibt. Abgesehen davon, dass die Knochenmineraldichte bei sog. Impact-Belastungen (also auch bei allen Arten von Sprüngen) höher wird, gibt es aber noch Bänder, Gelenke, Sehnen; und diese passen sich nur langsam steigenden Belastungen an; daher empfiehlt es sich, mit allen sportlichen Trainingsformen langsam und mit geringen Umfängen zu starten, um nicht von vornherein den Bewegungs- und Stützapparat zu überlasten.
Krafttraining hat ebenfalls positive Effekte auf die Knochenmineraldichte; durch die Zug- und Scherbelastungen, die hierbei auftreten, kommt es ebenfalls zu einer Erhöhung derselbigen. Außerdem wird der passive Bewegungsapparat (z. B. die Wirbelsäule) zu einem guten Teil entlastet, wenn ein starkes Muskelkorsett vorliegt. Überdies verbrauchen Muskeln auch in Ruhe mehr Energie als Fett, ein positiver Effekt für alle, die gerne mehr essen würden, aber leicht zunehmen – Muskelaufbautraining wäre hier angesagt.

